Myofunktionelle Störung (MFS)
Eine myofunktionelle Störung bezeichnet ein muskuläres Ungleichgewicht (Dysbalance) im Mund- und Gesichtsbereich. Oft wird sie vom Kieferorthopäden (KFO) oder Zahnarzt diagnostiziert, da sie massive Auswirkungen auf die Zahnstellung haben kann.
Woran erkennt man eine Myofunktionelle Störung?
- Offene Mundhaltung und damit verbundene Mundatmung (statt Nasenatmung).
- Fehlerhaftes Schluckmuster: Die Zunge drückt beim Schlucken gegen oder zwischen die Zähne (statt an den Gaumen / die "Papille").
- Schwache Lippen- und Zungenmuskulatur (hypotoner Muskeltonus).
- Sichtbares "Lispeln" (Sigmatismus), das direkt aus dem falschen Schluckmuster resultiert.
- Erhöhter Speichelfluss beim Sprechen.
Zusammenarbeit mit der Kieferorthopädie
Wenn das Kind beim Schlucken (was wir ca. 1.000 bis 2.000 Mal am Tag tun) extremen Druck auf die Zähne ausübt, können sich Zähne verschieben oder Zahnspangen (Zahnspangenbehandlung) zeigen keinen nachhaltigen Erfolg (Rezidiv). Daher überweisen Kieferorthopäden die Kinder zur begleitenden myofunktionellen Therapie.
Ablauf der Therapie
Wir erarbeiten systematisch eine gestärkte Lippen- und Zungenmuskulatur, üben die physiologische Zungenruhelage ein und trainieren das korrekte, zahnfreundliche Schlucken, bis es schließlich automatisiert im Alltag verankert ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert die Myofunktionelle Therapie meistens?
Das hängt stark von der Mitarbeit ab. Da wir "falsche Gewohnheiten" in der Muskulatur korrigieren, sind meist 10-20 Einheiten plus tägliches, kurzes Training zu Hause ("Hausaufgaben") nötig, um das muskuläre Gedächtnis umzuprogrammieren.